Melbourne to Brisbane

22.12.2015, zurück nach Australien, Melbourne.

Hier treffe ich mich wieder mit Sonja, die ich im November in Alice Springs kennengelernt habe und wir feststellen, eine ähnliche Route und beide ein Faible für Melbourne zu haben. Da ich erst in der Nacht ankomme steht kein Programmpunkt mehr an. Am nächsten Tag geht es zur Eingewöhnung erstmal wieder in den CBD, bummeln, auf einer Wiese der Straßenmusik lauschen, ein Bierchen am wunderschönen Yarra River und zur Abrundung einen Burger obendrauf.

Für Weihnachten mieten wir uns in einer airbnb Wohnung ein. Diese liegt in St. Kilda, fünf Gehminuten vom Strand entfernt. Das Zimmer ist schön groß, die Wohnung total schnuckelig mit einem kleinen Balkon. Die Vermieterin Sandie ist unglaublich herzlich, kaum zuhause und so ist es ein Genuss, nach einer langen Hostelzeit in eine vollausgestattete Wohnung zu ziehen. Das Wetter ist bombastisch, also ohne lange Umwege zum St. Kilda beach. An Weihnachten. Das ist irreal aber so gut! Hier sitzen wir zwischen vorwiegend Einheimischen, die sich mit Freunden und Familie, teilweise mit roter Weihnachtsmütze bekleidet, im Wasser vergnügen. Ist das schön! Später wird ein leckeres Weihnachtsessen zubereitet und ein gemütliches Gläschen im Apartment genehmigt. Leider ziehen wir erst nach Mitternacht los um schließlich festzustellen, dass die Bars bereits um 01:00h schließen. Macht ja nix…

Heute ist der 25.12., DER Weihnachtstag in Australien. Und ich? Kränkel. Das erste Mal auf meiner Reise. Aber keine Zeit zu jammern, dann muss das Programm halt angepasst werden. Auf zum Botanischen Garten. Hier lauschen die Leute auf einer immer grünen Wiese (haha) einem Harfenspieler und schnabbulieren nebenher ihr vorbereitetes Picknick. Für mich geht´s danach wieder heim, kochen, Film gucken, schlafen.

26.12., immer noch Weihnachten. Zumindest dem Kalender nach zu urteilen. Aber nichts fühlt sich danach an. Meine kleine Erkältung hält sich noch. Zuhause bleiben ist keine Option. Alternative? Bötchen fahren! Der einstündige rivercruise stellt sich leider als sehr langweilig heraus. Aber es gab Kaffee und Plätzchen, also gibt´s nix zu meckern 😉 Noch einen Bummel durch die Stadt, wieder lecker kochen und gesund schlafen…

Nun ist es Zeit, auch einen Teil der Peripherie von Melbourne zu erkunden. Dafür braucht es ein Auto. Relativ spontan. Nämlich morgen.. Nachdem einige Vermietstationen abgeklappert sind und man zu verstehen gibt, dass die Preise zwischen Weihnachten und Neujahr entweder dreifach so hoch sind oder schlichtweg keine Autos zur Verfügung stehen wird nicht aufgegeben, und siehe da – vernünftiger Preis, fahrtaugliches Auto, morgen geht´s los. Nach diesem Triumph folgt noch ein Spaziergang über den Markt in St. Kilda, eine Runde über den kleinen Jahrmarkt ´Luna Park´ und die Strandpromenade.

28.12., Aufbruch zur Mornington Peninsula. Eins der wichtigsten Naherholungsgebiete von Melbourne mit vielen Buchten erreichen wir in einer einstündigen Fahrt entlang der Küstenlandschaft. In Cape Schanck, dem südlichsten Zipfel der Halbinsel, wird gewandert, mit einem Zwischenstopp an einer wunderschönen Bay, um die Füße abzukühlen. Die Brandung ist hier so stark, dass man sich nicht wirklich weit heraus traut. Nun ist noch Zeit für einen Snack in einem umliegenden Dörfchen. Bock auf Pizza. Zielsicher wird auf eine gut besuchte Pizzeria direkt am Wasser zugesteuert. Sieht schon optisch teuer aus aber was soll´s – Hunger und ein schöner Tag und schon ist die Entscheidung gefallen. So sitzen wir einige Minuten später mit einer 27 Dollar-Pizza am Meer und schlemmen seelig.

Der nächste Tag führt noch einmal  in Richtung Great Ocean Road. Zur Zeit herrschen starke Buschbrände in dieser Umgebung, sodass das Radio stets eingeschaltet ist. In Torquay, als die australische Surfhauptstadt bezeichnet, finden sich zahlreiche Strandabschnitte, die tatsächlich voller surfbegeisteter Wasserratten ist. Nach einem beachwalk unter der viel zu warmen Sonne bleibt kaum eine andere Option, als selbst ins kühle Nass zu hüpfen. Der Name cosy bay verrät dann auch, was folgt…liegen, sitzen, abkühlen, liegen…

Jetzt geht´s zum Hostel in Geelong. Es beginnt damit, dass die Unterkunft einen anderen Namen trägt als in der Buchung angegeben. Vor der Tür steht man zunächst vor einem Restaurant. Einem geschlossenen Restaurant. Immerhin befindet sich ein Zahlenfeld an der Wand, in den man den genannten Code eingeben kann. Drin. Wie sieht´s denn hier aus? Riesige verwinkelte Räume, eine Kneipenatmosphäre und Ausstattung wie in einem Geisterfilm. Klischeehaft sind Teile des Inetrieur mit Laken bedeckt und alte Spinnweben in allen Ecken. Auf einem kleinen Tisch liegt der Zimmerschlüssel. Das riiiiesige Haus ist menschenleer. Also erstmal auf Erkundungstour gehen. Viele Türen, wenig Licht, ein altes Eisentor vor dem Gemeinschaftsraum, in der laundry wackeln weiße Bettlaken an der Leine, die durchgelaufene Waschmaschine piepst vor sich hin und wartet vergeblich auf Entleerung. In einem Hinterzimmer scheint sich ein ungenutzter Teil der Bar im Erdgeschoss zu befinden. Von hier führt eine Treppe nach unten. Der Neugierde gefolgt geht´s abwärts. Alles dunkel, die Kneipe sieht richtig urig aus aber es bleibt dabei, auch gespenstisch. Ich traue mich nicht ganz hinein, nur gerade so weit, dass der Alarm ausgelöst wird! Oh nein. Und jetzt? Flucht. Also raus aus dem Hotel, wie wär´s mit einem Spaziergang? Hm? 😀 Eine Viertelstunde später kann ich beobachten, wie ein Berechtigter den Alarm ausstellt und nun ist auch der Zugang zu der Kneipe geschlossen. Na warum denn nicht gleich so? Offene Türen darf man doch einrennen, oder? Naja, der Abend an der schönen Strandpromenade war entspannt und die Nacht im Spukhaus schließlich ganz witzig.

Am nächsten Morgen geht es samt Frühstück direkt wieder zum Meer. So lässt sich der Tag beginnen. Von hier aus dann keine zweihundert Meter weiter zum Eastern Beach. Hier findet sich ein öffentlicher Schwimmbereich, durch einen Zaun halbkreisförmig vom Meer getrennt, um Hai-sicher baden zu können. Es ist quasi ein riesiges Schwimmbad im Meerwasser, umgeben von einem langen Boardwalk, einem Holzturm in der Mitte und einigem anderen Sprung- und Spielspaß. Nach ausgiebigen Schwimmrunden erholt man sich am dazugehörigen Sandstrand. Alles umsonst, alles so schön sauber, so schön entspannt, so friedlich, so sonnig, so lebenswert. Shopping-time. Am Nachmittag nochmal nach Torquay, versunken im outlet-store. Nach stundenlanger Anprobe und inneren Kämpfen, ob man das alles tatsächlich braucht, komme ich mit einer neuen Uhr, einem Shirt und einem Pullover (für den deutschen Winter – igitt) wieder ans Tageslicht. Zurück nach Geelong, ein Bierchen am Strand bis die Sonne untergeht und wieder geht ein viel zu kurzer Tag zuende.

Bevor es zurück nach St. Kilda geht darf ein Frühstück am Meer nicht fehlen. So früh ist es noch ganz ruhig, man teilt sich die Promenade mit ersten Gassi-Gängern und einigen Frühsportlern. Dieses Programm könnte ich ewig so abziehen. Nachdem das Auto wieder abgegeben ist geht es zurück in ein airbnb Apartment. Wir haben über die letzte Vermieterin Sandie erfahren, dass sie auch ihre Privatwohnung zeitweise vermietet. Da diese zur Zeit nicht gebucht ist und sie kaum daheim, könnten wir hier über Silvester zum selben Preis übernachten. Dort angekommen ist es der Jackpot. Große Wohnung, riesige Dachterrasse, eine Ausstattung der es an nichts mangelt, einfach perfekt. Es ist der 31.12., jetzt gibt es erstmal ein Silvester-Essen. Und dann auf der Terrasse ein paar Drinks. In der Dunkelheit taucht plötzlich ein großes Possum im Blumenkasten auf und erschrickt mich zu Tode. Quatschen und Musik hören bis kurz vor Mitternacht und nun ganz gechillt zum Strand, um das Feuerwerk über der skyline zu beobachten. Keiner hatte Lust auf Trubel in der Stadt und so war es ein unspektakulärer, gechillter Silvesterabend.

Dennoch fällt der nächste Morgen etwas laaaangsamer aus. Bis man mal in den Tritt kommt ist es fast Mittag, ich mache mich zu einer Abschlussrunde auf in die Stadt, um nochmal einige meiner Lieblingsplätze zu besuchen, den Straßenmusikern zuzusehen und mich mit einem Kloß im Hals von Melbourne zu verabschieden. Ich habe mich in diese Stadt verliebt.

 

Camping – Melbourne to Brisbane (Gold Coast)

Camping ist DAS Gefühl von Freiheit. Für mich. Es gibt keine Zwänge, keine Uhrzeit, oftmals keinen Plan. Dieser entsteht ´just in time´. Es ist eine Entspanntheit, eine Gemütlichkeit und, wenn man möchte, ein Gemeinschaftsgefühl mit den anderen campern. Man braucht nicht viel. Mit den einfachsten Mitteln zaubert man das Nötigste und im Zweifel ist jede Improvisation besser als das Original. Ich bin schon wieder ganz euphorisch 😉

Wieder ergibt es sich, dass sich die Reiserichtung von Sonja und mir gut kombinieren lässt und so klappern wir gemeinsam die Gold Coast Richtung Brisbane ab. Kurzerhand haben wir einen campervan gemietet – wickeeeed! und düsen am 02.01. los.

Der Van ist großartig. Minimaler Standard, der alte Rücken trotzt den dünnen Holzbrettern, bestückt mit genauso dünnen Matratzen. Stromanschluss? Kühlschrank? Standheizung? Aufrecht stehen? Schränke? Braucht kein Mensch! Genau so soll es sein und alles was vorhanden ist ist ausreichend.

Die ersten paar hundert Kilometer reißen wir relativ zügig ab, da wir weder Interesse an auf dem Weg liegenden Städten wie Sydney noch Canberra o.ä. verspüren. Es soll auf dem direkten Weg zur Küste gehen. Obwohl, stimmt nicht. Wir halten in den Blue Mountains. Wie gerne würde ich hier wandern gehen und den blauen Eukalyptusdunst über den Wäldern sehen! Aber nein, es regnet in Strömen, es ist kalt in den Bergen, es gibt nicht mal die Chance, die Felsformationen „Three sisters“ zu sehen, die im dichten Nebel liegen. Nun denn, man muss auch mal verlieren können. Ausweichprogramm: Kino und kochen. Mit meinem Sommerschlafsäckchen bleibt mir die Nacht eisebitterkalt in Erinnerung.

Endlich Küste, angekommen in Newcastle. Ein obligatorischer Spaziergang durch das Städtchen aber was soll ich sagen, es regnet immernoch. Mist, so ein Pech. Es findet sich ein Stellplatz auf einer ehemaligen Pferderennbahn, wo es ein überdachtes Plätzchen für den Van gibt. So gibt es Dosensuppe und Kniffelduelle im Trockenen. Ich habe selten solch einem heftigen Regenguß zugesehen. Aber laut Einwohnern brauchte das Land diesen Regen dringend. Nun denn, gönnen wir es den trockenen Pflänzchen – grummel…

Uuuund weiter gehts, nach Tareé. Gleicher Umstand, es hat sich eingeregnet. Och man.. Parken an einem schönen See in Wingham und abwarten, damit man sich mal die Füße vertreten kann. Die erste trockene Lücke wird genutzt, einen Miniwalk durch einen Wald voller flying Foxes, die kopfüber in den Bäumen schlafen und ein Spaziergang durch die verlassene Westernstadt. Einen leckeren, frischen Apfelkuchen eingepackt und einige Meter höher an einem Aussichtspunkt mit einem Tässchen Tee verspeist. Wo Regen ist, macht man sich Sonnenschein 🙂 Der Ziel-campground befindet sich in Laurieton, hier gibt´s ein köstliches, auf dem Gaskocher zubereitetes Essen, mit einem Bierchen wird auf besseres Wetter angestoßen.

Langsam tuckern wir weiter Richtung Port Macquarie, legen zwischendurch immer mal wiedereinen kleinen Spaziergang entlang des Wassers ein und besuchen schließlich ein Koala Hospital. Hier kann man die kleinen plüschigen Wesen mal aus nächster Nähe beobachten. Unverhofft trifft uns eine Müdigkeitswelle, sodass wir einen einstündigen Powernap am Meer einlegen. Jetzt soll es eigentlich zurück zum Koala Hospital gehen, weil dort eine kostenlose Führung stattfindet. Es ist allerdings so touristisch überfüllt, dass wir uns dagegen entscheiden und stattdessen einen gemütlichen campground-Abend einlegen.

Ohne Frühstück brechen wir auf und essen selbstgemachte pancakes an einem wunderschönen Fluss. Nächstes Ziel ist Coffs Harbour. Auf gut Glück angehalten, einen meterlangen Jetty mit, mal wieder, grandiosem Meerblick gefunden, etliche Familien haben Spaß am Wasser, gegenüber ist eine kleine Insel, Muttonbird Island, die irgendwie an Irland erinnert. Offensichtlich kann man darauf herum spazieren. Also hin da! Und so findet sich durch Zufall ein Naturreservat, in welchem Sturmtaucher nisten und Ausblicke auf eine rauhe Küste und weites Meer. Nach einem Blick durch den botanischen Garten und die City wird es Zeit, sich auf dem nächsten campground zur Ruhe zu setzen. Wieder findet sich hierfür ein Rasenplatz auf einer Pferderennbahn, an einem schönen Fluss. Nach einem dicken Gemüseomelett, drei gewonnenen Kniffelrunden und dem Sonnenuntergang lässt es sich gut schlafen.

Keine Müdigkeit vortäuschen, es geht nach Ballina. Laut Reiseführer eine „gesichtslose Stadt“. Wie gut, sich selbst eine Meinung zu bilden. Denn ich finde es einfach nur idyllisch. Ein langer Spaziergang über die Promenade, mit zahlreichen Pelikanen (ich hatte keine Vorstellung, wie riesig diese Vögel sind!) und ein Bad in einem warmen Meeresarm. Zeit für einen Snack, bei einem Bummel durch den Ort Zeit für eine neue CD, alles andere ist schon durchgeleiert, und mit Schwung geht es weiter nach Byron Bay.

Da bin ich nun. Inmitten eines trubeligen Badeortes. Backpacker, Hostels, viele Cafés und Kneipen, hunderte kleiner, bunter Campervans, verrückte Leute im Hippie outfit. Das ist anders. Find ich das gut? Ich weiß es nicht. Nach so viel Idylle und Ruhe muss ich mich erstmal darauf einlassen und es auf mich wirken lassen. Also, erstmal kochen und ´n Weinchen. Dann nochmal neu. Der campground, direkt neben einem Rugby Feld, ist ganz unkonventionell. Bezahlen? Fehlanzeige. Irgendwann kommt jemand vorbei und kassiert. Oder auch nicht. Irgendwie hat das hier Festival-Charakter. Viele low-budget-camper, laute Musik aus den kleinen Bussen und noch lautere aus den besser vorbereiteten mit dicken Außen-Boxen. Gegen Abend füllt sich die große Rasenfläche, wir entscheiden uns, nochmal den Ortskern zu erkunden. Stehen in einer überfüllten Kneipe, essen einen Hotdog und wackeln gegen 2h zurück.

Am nächsten Morgen soll´s weiter gehen. 45 Minuten nach Pottsville, schöner Strandabschnitt aber der Warnhinweis und die bluebottle stingers am Strand laden dazu nicht ein. Unverrichteter Dinge wird der nächste Plan entwickelt. Ziemlich schnell sind wir uns einig, dass Byron mit seinem alternativen Flair doch ganz cool war. Außerdem haben wir dort weder Strand noch Wasser getestet! Also. Umdrehen? Umdrehen! Wir haben ja Zeit – vogelfrei 🙂

Nach einem zweistündigen Spaziergang in sengender Hitze über einen sehr kreativen Streetmarket und einem Spontankauf meiner zweiten Armbanduhr in diesem Urlaub (ich kann es nicht lassen), vertreiben wir uns die Zeit mit Wäsche waschen, essen Fish&Chips solange sich die Trommel dreht und trinken ein Bier, bis der Trockner sein Übriges getan hat. Und nun machen wir was asoziales – da wir wissen, dass der Platzwart gegen 19h die camp-Gebühr einsammelt erscheinen wir gegen 20h und zecken uns eine Nacht for free auf demselben Stellplatz ein.

Neuer Tag, gleiche Sonne, selber Elan. Es geht zum Leuchtturm Cape Byron. Auf dem etwa 4km langen Weg befinden sich verschiedene Fitness-Points, die wir austesten und so mit dem Spaziergang ein wunderbares morning-workout verbinden. Der Ausblick hat gehalten, was versprochen war, die Fahrt geht weiter nach Kingscliff. Wir müssen uns abkühlen. Parkplatz, Bikini ist schon angelegt, rein ins Meer. Nach einem smoothie und smalltalk mit den locals ein paar Kilometer weiter nach Tweed Head. Nett hier. Aber wir könnten noch ein bisschen weiter düsen. Zufällig passieren wir ein kleines musikalisches Miteinander in Palm Beach, setzen uns dazu und buchen zeitgleich den nächsten campground. So der Plan. Leider macht uns zum ersten Mal die Hauptsaison einen Strich durch die Rechnung. Alles ausgebucht. Ein Platz ist noch frei. In Tweed Head. Tja, müssen wa wohl zurück.. Den Abend verbringen wir mit dem neuen Reisespiel Trivial Pursiut. Auf englisch. Sind wir zu doof? Oder die Vokabeln zu schwer? Eine Kombination? Egal, es wird gespielt, man lernt nie aus. Und ich hab verloren 🙂

Heute Morgen verlängern wir den check-out eigenmächtig um eine Stunde (bloß keine Hetze) und rollen langsam Richtung surfers paradise. Die Gold Coast entpuppt sich als teures Eckchen. Wir haben aber auch keine Lust, ein paar Dollar wegen zu weit ab vom Schuss zu sein und entscheiden uns für einen zentrumsnahen campground drei Minuten vom Strand. Um Hitzestau zu vermeiden und den surfer-look zu pimpen einen Abstecher zum Frisör und danach zum Wasser. Hier sollte ich wieder einmal um eine Erfahrung reicher werden: Der Strand ist ganz gut besucht, Erwachsene und Kinder vergnügen sich im Meer aber mein Blick fällt auf ein Schild mit Hinweis auf bluebottle jellyfishes, die zur Zeit, was ab und zu ganz normal ist, an die Küste gespült werden. Direkt fahre ich mein Mimi-Gefahrenradar aus und weigere mich, da rein zu gehen. Es folgt eine kurze Konversation, in welcher Sonja, wie immer voller Euphorie, auf die vielen Familien hinweist, die sich doch auch nicht darum scheren und dass es dann ja nicht so schlimm sein könne. Mh. Ich weiß nicht. Diese langen, schwabbeligen, durchsichtig-blauen, fiesen Dinger sind schon ekelhaft. Na toll. Sonja ist drin. Und ich? Soll am Strand verbrutzeln? Ich könnte ja mal vorsichtig gucken… Also rein. Die erste Welle kommt, schwappt über mich und aaaaaauuuaaaa! Es brennt! Ehrlich! Ich fasse es nicht. Nachdem ich kurz verspottet werde und mir nicht so recht Glauben geschenkt wird gucke ich in meinen Bund der Bikinihose und finde (zum Glück zum Beweis) ein Stück von diesem blauen scheiß Ding! Altobelli. Das zwirbelt bis ins Bein, wird ganz heiß und ist auch ohne Mimi-Gen echt schmerzhaft. Ich schluffe also versucht cool zu den safeguards, die auch schon ein Gel parat haben. Eine halbe Stunde soll´s dauern. Dann wird´s besser. So war´s dann auch und natürlich hat´s am Ende mal wieder zu einigen Späßen geführt. Denn alles wird gut 🙂 Abends haben wir an einem pubcrawl durch einige Kneipen teilgenommen (erstes und letztes Mal aber als Erfahrungswert abgehakt), danach versucht, die Promille mit Strandluft zu senken und sind schließlich ziemlich spät seitwärts in den Bulli gekippt.

12.01. Heute ist der letzte Tag mit dem genialsten fahrbaren Untersatz. Am Nachmittag müssen wir in Brisbane sein aber bis dahin unbedingt nochmal ins Meer, denn wir haben am Morgen zwei bodyboards geschenkt bekommen! Der Spaßfaktor mit den kleinen Brettern ist so hoch, dass zwei Stunden kaum ausreichen, aber diesmal muss es echt weitergehen. Ein Sandwich von Subway auf die Faust und ab nach Brisbane city. SCHWEREN, SCHWEREN Herzens geben wir den Bulli ab und fahren mit Sack und Pack mit dem Bus zum Hostel. Perfekte zentrale Lage um sich in zwei Tagen noch einen Überblick von der Stadt zu verschaffen. Heute muss ich zum ersten Mal heulen. Weil ich nicht will, dass es aufhört und weil ich nicht ankommen will, ohne dass es weiter geht. Ich mache es kurz. Zwei Tage später geht der Flieger nach Deutschland. Und ich stehe fassungslos und ungläubig am Flughafen. Weitere emotionale Details erspare ich euch und mir 😉

Ich werde diese Zeit niemals vergessen. Ich habe so viel erlebt, gelernt, gelacht und gestaunt. Und davon möchte ich mehr. Aber erstmal möchte ich dieses Gefühl noch begreifen, verarbeiten und gebrauchen. Ich bin sehr dankbar für diese Zeit. Und danach schauen wir mal… 😉