Koh Samui/Phangan/Tao

Nach einer gut 12-stündigen Bus/Fähre-Kombination endlich auf Koh Samui angekommen. Chaweng beach. Zunächst in einem Hostel 5min vom Strand entfernt eingecheckt. Nett, vor’m schlafen ein Bierchen im kleinen roof-top Pool zu schlürfen aber eindeutig zu weit entfernt vom Strand. Also für die nächsten drei Tage in einen Bungalow direkt am Wasser einquartiert. Mehr Mücken aber bessere Atmosphäre. Mit dem umstrittenen aber sehr praktischen Fortbewegungsmittel, einem Scooter, ein paar weitere Strandabschnitte erkundet, ansonsten sonnen, lesen, smalltalk, ESSEN und cruisen. Kurzum, Samui ist nicht mein Fall. Wie von vielen schon prophezeit zu touristisch.

Schnell nach Koh Phangan. Viel besser. Da die Inseln in der Nebensaison seeehr ruhig sind haben wir zunächst ein Hostel im (eigentlichen) Partymekka Haad Rin ausgesucht. Genialer Strand, nette beach bars, chillige Musik, in der Hochsaison sicher unerträglicher Trubel aber auch hier fast leer. Eigentlich perfekt aber irgendwie brauche ich nach ein paar Tagen mehr als fünf Gesichter um mich herum. Da ich in der Zwischenzeit mit dem scooter auch die nördliche Region erkundet habe, gefiel es mir im Thong Sala Village richtig gut. Also umgezogen. Hier ist mehr los, sprich ein nettes Dörfchen, toller food market, Samstags großer nightmarket, Geschäfte, gemütliches Treiben in den Gassen, Strand/Sonne/Massagen, … müssen nicht mehr erwähnt werden.  Zufällig in ein niedliches Hostel hineinspaziert und hier für eine Woche gebucht. Denn am 20.09. findet die halfmoon Party statt. Wenn ich schonmal hier bin, dann möchte ich das mitnehmen! Mittlerweile hab ich die Insel und viele Strände mit dem Roller erkundet und bin ein bisschen Kanu gefahren. Scooter sind eine waghalsige Angelegenheit, muss ich zugeben, aber ohne kaum vorstellbar. Eine Wanderung wird mir allerdings in Erinnerung bleiben:

Über Freunde hörte ich vom sog. bottle beach. Diesen kann man nur mit einem Boot oder zu Fuß erreichen. Mit dem Boot kann ja jeder. Also zum Einstiegspunkt und ganz unkonventionell immer den im Gebüsch hängenden ‚bottles‘ entlang. Als Dauer war ca. 1 Std. vorausgesagt. Der Weg war nahezu menschenleer. Nach etwa 20 Minuten kam uns ein Pärchen entgegen. Um eine Vorstellung zu haben fragten wir: „did zu see the bottle beach?“ >“No! After about 40 min we went back. It gets really rough down there in the jungle!“<  Pussys. Das wird ja wohl zu schaffen sein! Also stolpern und klettern wir weiter durch den Dschungel, der uns mittlerweile zwar wirklich über Felsen und dichtes Gestrüpp führt, aber immerhin hängen die Wegweiser (ziemlich absurd, dazu in der Natur Plastikflaschen zu benutzen?) noch in den Bäumen. Langsam wird’s echt anstrengend aber wir gehen zügig weiter, die Aussichten zwischendurch motivieren. Nachdem der beach nach 1Std immer noch nicht in Sicht ist und wir irgendwo im Dschungel stecken (Handyempfang futsch), macht sich Skepsis breit. Auch die bottles teilen sich zunehmend in verschiedene Richtungen. Oh man, das kann doch so schwer nicht sein! Also weiter, schließlich ist da unten das Meer und irgendwo auch Strand! Sollte man meinen. Nach nunmehr 1 1/2 Std müssen wir eine Pause einlegen. Mit einer Flasche Wasser und ohne Essen wird es bei etwa 35 Grad langsam eng. Gehen wir weiter und wissen nicht wo oder ob dahinten sowas wie Zivilisation herrscht oder lieber unverrichteter Dinge zurück, mit der Einsicht, dass scheinbar WIR die Pussys sind? Fuck, wir gehen zurück.  Auf dem Hinweg noch gefrotzelt, wie asi es wäre,  die Flaschen einfach wahllos im Gestrüpp zu verteilen und die Fährte zu manipulieren scheinen genau das schon viele andere vor uns ausgeheckt zu haben. Wir verlieren komplett die Orientierung und lachen laut und sinnfrei, aus purer Verzweiflung, Frust und vielleicht ein bisschen Schiss. Kurzum, keine bottles mehr, wo ist nochmal das Wasser? Und der Trampelpfad? „Hast du das gehört? Gibt es hier Tiere? Da ist ein Weg! Nein, das ist ein Fels, du Trottel! Ich höre Stimmen! Ja genau, in deinem Kopf vielleicht!“ Ok, so ging das volle zwei Stunden. Wir haben uns wie die Bekloppten im wahrsten Sinne des Wortes durchs Gebüsch geschlagen und irgendwann eine zerfallene Hütte wieder erkannt. Gleich haben wir’s geschafft. Matschig im Kopf und in den Beinen. Man, man, man…

Außerdem hab ich mich für ’ne Woche im Fitness Studio angemeldet. Das Essen hier ist einfach zu gut und bei dem Wetter komme ich oft über einen chilligen Strandtag nicht hinaus. Während meines laienhaften Trainings kann ich dabei die Thaiboxer im Ring beobachten, was die Zeit dort sichtlich interessant macht!

Auch hab ich zum ersten Mal geschnorchelt, aber das wird in Koh Tao noch ausgebaut, denke ich. Phangan gefällt mir richtig gut. Teilweise typisches Aussteiger-Flair, manche hippies kann ich nicht ganz ernst nehmen und auch das extrovertiert vegane Leben und der Yoga Hype ist ein wenig too much, aber jeder wie er mag. Klar könnte man das Land und die fast fünfzig Inseln noch die nächsten Monate bereisen aber ich glaube, nach Tao bin ich mit meinem Asieneinstieg mit Thailand erstmal befriedigt.

Halfmoon

Coole Party! Bis ca. 22h haben wir uns ein paar Drinks gegönnt und dann einen Pick Up Richtung Dschungel geschnappt. Die erste Kohle haben wir noch vor dem Eingang verpuffen lassen, indem wir uns mit Neonfarben haben anmalen lassen. Im Schwarzlicht sieht das richtig klasse aus, auf der Party selber war’s dann eher dunkel.. Ejal, der Spaß war’s wert 🙂  Eieiei, und was die hier für Mischungen machen!! Darauf möchte ich hier nicht weiter eingehen – haha! Jedenfalls hatte ich riesen Spaß, die Stimmung war ausgelassen, die location der Hammer, in meinem Glas sind keine Drogen gelandet, gegen 7 war ich wieder am Hotel – und musste mir noch ein Ticket für die Fähre um 12h mittags kaufen. Hatte ich vorher leider versäumt.. Mittlerweile sehr farbenfroh am ganzen Körper und den Klamotten und auch sonst recht gut gelaunt ;-D also ein Ticket organisiert und mit nem Spießchen vom Markt ab ins Bett. Leider musste ich eine Std vor Abfahrt der Fähre feststellen, dass mein Ticket futsch ist. Jegliche Diskussion mit derselben Verkäuferin, die sich noch an mich erinnern konnte (ich war immer noch bunt im Gesicht) lief ins Leere und so musste ich leider nochmal ‚blechen‘. Heute kann ich schon wieder drüber schmunzeln 🙂

Nach vier Tagen Koh Tao sollte dann auch ein Strich unter Thailand gesetzt werden. Dass ich nicht tauchen möchte war klar, aber auch zum schnorcheln war ich nur an der Wasseroberfläche zu gebrauchen. Jeden Tag auf der Suche nach einem noch schöneren Strand um letztendlich doch wieder nur zwischen Sonne und Schatten zu hüpfen macht mich nicht mehr zufrieden. Da kam mir mein Ausflug mit dem Mountainbike gerade recht. Zu Fuß erkundet man (meiner Meinung nach) recht wenig auf den Inseln. Kurzum, fäddisch und zurück nach Koh Samui. Da ist der Flughafen. Gesagt, getan aber dann: HORROR!

Die Fähre kommt, wir legen ab. Knapp zwei Std relaxen, das geht klar. Nun sind wir keine zwei Minuten vom Anleger entfernt, beginnt das Boot seinen ganz eigenen Tanz durch die Wellen. Die Kinder haben Spaß, hüpfen und quieken durcheinander und die „turbulenzerfahrenen“ Passagiere amüsieren sich über die weniger entspannten Mitfahrer. Ich fand die ganze Geschichte schon hier richtig ätzend. So heftig habe ich ein Boot noch nie schaukeln sehen. Als ein Crewmitglied schließlich hektisch auf die Reling rennt, da der Anker fast ins Wasser fiel (?) und anschließend Kotztüten verteilte, von denen nun JEDER dankbar mindestens zwei entgegen nahm, wurde ich noch nervöser. Mittlerweile blieb kein Rucksack mehr an Ort und Stelle. Die Kinder weinten und schrieen und bei den ach so coolen Passagieren verflog das sueffisante Lächeln. Mindestens Zweidrittel der Leute, Kinder, Männer, Frauen kotzten. Als sich die erste Reihe die Rettungswesten anzog bekam ich echt Angst. Ich hatte das Gefühl, dass wir jeden Moment umkippen. Von den Thailändern ist meiner Meinung nach im Notfall nicht viel Hilfe zu erwarten und mein Vertrauen geht gegen null. Horizont, Wasser, Horizont, Wasser, … So unfassbar. Dann schaute ich nach hinten. Eine Frau wurde zwischenzeitlich ohnmächtig und hing schon an einem Tropf. Permanente Kotzgeräusche und -gerüche, nach zwei Stunden legten wir mit viel Mühe an. Wir hatten es erst bis Phangan geschafft. Oh nein. Schließlich sollte es nochmal eine Stunde dauern bis wir Koh Samui erreichten. Mit reiner Kopfsache und Körperbeherrschung hab ich die Fahrt irgendwie überstanden. Aber ehrlich, das reicht an Abenteuer. Ich brauch‘ das nicht 😉

Zwei Nächte etwas abseits des Trubels auf einer kleinen Plantage mit Swimmingpool und eigenem Haus finde ich einen schönen Abschluss für gut drei Wochen Thailand.

Auf Solopfaden geht es nun weiter nach Singapur..

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