Bangkok

Tag 1
Angekommen!
Nach turbulenzenfreien Flügen Köln­München/ München­Bangkok und fast zwei Stunden Wartezeit an der Passkontrolle endlich an die frische Luft! Naja, zugegeben war die Umgebungsluft die vergangenen Stunden weitaus frischer als beim ersten Schritt aus dem Flughafengebäude aber egal, ­ los!
Ab in die Stadtbahn Richtung Zentrum, dort ausgestiegen nach einem Smalltalk mit einer backpackerin ein Taxi zum Hotel geteilt und innerhalb von wenigen Minuten hatte ich heiße Wangen, weil ich mir in diesem abenteuerlichen Verkehrschaos ständig die Hände vor’s Gesicht schlagen muss..
Top Hotel, Sachen abgestellt und erstmal die nähere Umgebung erkunden. Natürlich probiert man sich auf den ersten Metern schon mit versuchten Betrugsdelikten an uns, wonach der Thai im Land des Lächelns leider auf die Abfuhr kurz sein Gesicht verliert. Nach einem Snack und der Ballermann­ähnlichen Kultur auf der Khao­San Road (neben Sonnenbrillen gibt’s hier auch Schlagringe und Elektroschocker – ­ warum???) eine Fahrt mit dem Tuktuk und ins größte Shopping­Center MBK. Hätte ich mal besser noch weniger eingepackt!!
Naja, statt mir Klamotten und unnützes Zeug zuzulegen habe ich in einen frittierten Mehlwurm gebissen und mich furchtbar geekelt.
Mein Fazit für heute: die Stadt ist laut und dreckig, noch nicht ganz verständlich, die Erkundung aber noch lange nicht abgeschlossen. Sie bekommt in den nächsten Tagen noch eine Chance ;­)
Tag 2
Neuer Tag, neue Herausforderung für die Füße. Heute war sightseeing angesagt. Zuerst stundenlang durch Chinatown geschlendert. Was für ein geschäftiges Völkchen hier. Es gibt einfach alles. Fahrzeugzubehör, Schmuck, Kosmetik, Bekleidung, technischen Schnickschnack, selbstgestickte Bilder, Küchenutensilien, Waffen/­-zubehör, frisches Obst und natürlich traditionelles Essen. Die Aufzählung wird niemals abschließend sein. Eine nicht überschaubare Anzahl an maximal zwei Meter breiten Ständen, die in die schmalen Gassen hineinragen, in denen man kaum aneinander vorbeigehen kann. Dazu die wuseligen Chinesen mit riesigen Sackkarren, Mopeds oder Tuktuks, welche, beeindruckend beladen, ständig für Nachschub der Ware sorgen. Totale Reizüberflutung aber sehr interessant. Danach weiter zum einstigen Königspalast Grand Palace mit seinem Smaragd­Buddha. Leider hatte das Handynavi (oder ich??) einen Drehwurm, sodass wir ca. 5 Kilometer herumgeirrt sind und die Öffnungszeiten verpasst haben. Naja, morgen ein neuer Versuch. Nachdem uns irgendein Uniformträger wild auf seiner Trillerpfeife pustend vom Überqueren einer achtspurigen Straße abhält: „No, no! Accident, accident!“ und auf einen Umweg über fünf Fußgängerüberwege hinweist (man wird halt mutig hier ­ oder suizidal? ;­D), ist Bangkok einen Kaffee und zwei neue T-­Shirts später schon ein bisschen verständlicher geworden.
Tag 3
Am Mittag das Hotel getauscht und in einem perfekten backpacker Viertel gelandet. Der Besuch im Grand Palace war irgendwie Pflicht und überströmt von Touristen. Um die Kleiderordnung einzuhalten musste ich mir einen knöchellangen Rock und ’ne Bluse ausleihen und sah aus wie eine Betschwester! Davon abgesehen, dass ich den Rock so eng gebunden und keine Beinfreiheit mehr zum Treppensteigen hatte, somit fast überall hoch oder runtergeknallt wäre, hab ich abartig geschwitzt. Durch das oberflächliche Abhandeln der Tempel sind wir dann unwissentlich am Smaragd­Buddha vorbeigelaufen. Leider erst zu spät gemerkt, dass es sich um einen one­way handelt, ohne Chance auf ein Zurück – ­ mööp…
Danach eine Tour mit dem longtail­boat durch ein paar Kanäle. Faszinierende und teilweise erschreckend armselige Holzhütten auf Stelzen gebaut. Live fühlt es sich ja immer bedrückender an als aus der Ferne.
Am Abend eine Tour durch’s Rotlichtviertel Nana Plaza. Klischees erfüllt. Unglaublich viele Ladyboys, Nutten, fiese und weniger fiese Typen, Touristen und normales Partyvolk.
Tag 4
Heute war eine Radtour angesagt. Eigentlich absurd, sich in dieser Stadt auf’s Rad zu schwingen aber wie sich herausstellt eine gute Idee. Es geht durch schmale Gassen, die oft nur mit Geschicklichkeit und gutem Augenmaß ohne Kollision gemeistert werden. Wir befinden uns in einem Wohngebiet der Unter­- und Mittelklasse. Die Menschen sitzen, liegen oder werkeln außerhalb ihrer wenigen Quadratmeter großen Behausungen, die engen Gassen werden dabei als erweitertes Wohnzimmer genutzt. So kommt es auch, dass ich prompt über ein Paar Hausschuhe brettere und nur knapp einen Topf mit zubereitetem Essen verfehle… .
Später besichtigen wir einen Blumenmarkt. So eine Blutenvielfalt hab‘ ich noch nicht gesehen. Und die Kreativität und Präzision, mit welcher die Blüten zu Motiven oder Kränzen gesteckt werden ist mühsam. Schließlich bekommt jeder eine Lotusblume und darf sie mit einer eben gelernten Falttechnik der Blütenblätter gestalten und im Tempel des größten sitzenden Buddha ablegen.
Nach der Tour wieder ein paar Kleinigkeiten von der Straßenküche, ein kühles Bierchen und einen zufriedenen Strich unter den Bangkokbesuch gezogen. Morgen soll es weitergehen. Nach Koh Samui.
Mein kurzes Fazit:
Vorab, ich war noch nie in Asien. Möglicherweise war für mich auch noch viel mehr neu. Was die Stadt betrifft, ist mir zu viel los, es ist zu laut, man findet kaum ein Plätzchen zum auszuruhen. Was mir am meisten ausgemacht hat war der Schmutz. Auf den Straßen, aber vor allem in der versmogten Luft, durch die nur gelegentlich die Sonne zu sehen ist. Gegenüber den Thais bleibt ein Misstrauen. ­ Man weiß nie, was sich hinter dem Lächeln verbirgt. Großartig, dass ich hier war aber zurück muss ich sobald nicht.
Gerade sitze ich im Bus, der mich inkl. Fähre in etwa 10/­12 Stunden nach Koh Samui bringt. Ich freue mich auf’s Durchatmen, Sonne, Strand und Meer und viele nette Menschen :­)

2 Gedanken zu „Bangkok“

  1. Hey Weltenbummlerin ; )

    Danke für den interessanten Bericht zu Bangkok! Julia und ich werden im November dort auch ein paar Tage zur Einrahmung eines geplanten Inselhoppings verbringen – deine Erfahrungen sind also Gold wert : )
    Eine schöne Weiterreise Dir und pass auf Dich auf!

    1. Hallo Mirko! Freut mich, dass der Bericht gefaellt bzw vielleicht ein paar Anregungen liefert! Ich hoffe, dass sich die Wuerfelquallen bis Nov. wieder vor der thailaendischen Kueste zurueckgezogen haben! Fiese Viecher! Liebe Gruesse aus Bali!

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