Bali

Halo teman! Hallo Freunde!

Viele Gruesse aus Bali! Ich bin seit etwa zehn Tagen hier und es ist toll! Die ersten Tage habe ich in Kuta verbracht. Dieser Ort ist eher fuer Partyfreunde ausgelegt, bietet aber einen sehr geeigneten Strand fuer Surf-Einsteiger. Und da ich nunmal ein Frischling bin, habe ich hier auch zum ersten Mal auf einem Brett gestanden. Jaa, erstmal die kleine Wellen. Und scheiss auf Haltungsnoten. Ich habe gestanden! Das ist doch was!

Jedenfalls, ich habe mich in einem richtig gemuetlichen Hostel eingebucht und wurde sofort in diverse Plaene anderer backpacker involviert. Um hier von a nach b zu gelangen oder Ausfluege zu machen, mietet man sich entweder einen Fahrer fuer den ganzen Tag oder ein Taxi. Zaehlt man zu der abenteuerlustigen Sorte von Reisenden, leiht man sich jedoch einen Roller und duest nach eigenem Gusto und voellig vogelfrei ueber die Insel. Allerdings – der Verkehr uebersteigt das Durcheinander in Thailand um das dreifache. Ich kann kaum in Worte fassen, was hier auf den frequentierten Strassen und vorallem zu Stosszeiten los ist. Ein Gequetsche von Autos und vorwiegend motorbikes, Reifen an Reifen, wer zuerst kommt, faehrt zuerst. Aber was soll ich sagen, es funktioniert! So hab ich mir also direkt solch einen Untersatz geschnappt und mich ins Chaos gestuerzt. Mittlerweile bin ich schon ein advanced-driver, easy-going 😉

Zu dritt haben wir also einen Ausflug zu einem beruehmten Tempel (Tanah Lot) unternommen, am Strand von Balangan den fortgeschrittenen Surfern zugeschaut und bis zum Sonnenuntergang an einem Fruchtshake genuckelt. Schliesslich habe ich wie gesagt meine erste Surfstunde absolviert und den Rest der Zeit in Kuta mit lesen, abhaengen, Strand, Movie-nights auf der Dachterrasse oder Spaziergaengen ueber foodmarkets verbracht.

Nach ein paar Tagen habe ich mir einen kleinen Rucksack gepackt, meinen grossen backpack im Hostel deponiert und mich auf den Weg nach Ubud gemacht. Ein Kuenstlerdorf mit Malerei, Holzschnitzerei etc., mittlerweile aber auch eher zu einem Touristenoertchen geworden. Neben den Shops, die alle dasselbe Zeug anbieten, muss man die ‚wahren Kuenstler‘ erstmal herausfiltern. Ausserdem ist es ein Zentrum fuer jegliche Form von Wellness und vorallem Yoga-Retreats. Ich fuehlte mich aber schon soo entspannt, dass ich erstmal durch den Affenwald spaziert bin. Verrueckte Viecher. Blicken dir ganz herzallerliebst ins Gesicht, lassen sich brav fuettern und fotografieren, krabbeln auf dir herum und – schwups! – sitzen auf meinen Rucksack, oeffnen den Reissverschluss und ziehen an meinem offensichtlich sehr leichtsinnig verstauten Geldbeutel! Von wegen suess! Im Kampf um meinen Pass habe ich fast einen Finger verloren! Ok, quatsch, aber gebissen wurde ich trotzdem! Pah, schnell raus hier 😀

Bummeln, essen, lesen am Pool. Das passiert mir hier nun jeden Tag. Ich gehe darauf also nicht mehr ein – hihi!

Fuer den naechsten Tag habe ich eine Trekking Tour auf den noch aktiven Vulkan Mount Batur gebucht. Ich werde also um 02:00 Uhr vom Hotel abgeholt, wir fahren auf eine Kaffee-Plantage, dort gibt es heissen Kaffee und einen Pancake. Es ist erstaunlich frisch um diese Zeit im Landesinneren! Dann fahren wir zum Einstieg. Es ist kurz vor 04:00 Uhr. Wir laufen zwei Stunden ueber Geroell und Asche auf die Spitze, um schliesslich gegen 06:00 Uhr den Sonnenaufgang zu beobachten. Die Mühe hat sich gelohnt und schon wird’s waermer! Also wieder bergab. Eine ziemlich rutschige Angelegenheit, da der Weg von schwarzer Asche gepraegt ist. Wir brauchen wieder zwei Stunden und ich neue Schuhe.. Angekommen wird wieder ein Luwak-Kaffee serviert, der bekannte Katzenkaffee, welcher aus fuer das katzenaehnliche Tier unverdaulichen, ausgekackten Bohnen hergestellt wird. Soll sehr teuer sein, liess mich aber recht unbeeindruckt. Zwar total uebermuedet aber dennoch unternehmungslustig bin ich dann noch durch die beruehmten Reisterrassen (aus dem schoenen Film „love, eat, pray“) spaziert.

Am naechsten Tag bin ich nach Seminyak geduest. Hier ist auch viel los, aber nicht so ballermann-like wie in Kuta. Das Hostel ist top! Das steht und faellt natuerlich auch immer mit den Leuten. So habe ich mich also auf meine erste Partynacht auf Bali eingelassen, ein netter Abend. Am naechsten Tag habe ich mich voll und ganz meinem Kater hingegeben. Was soll’s 🙂

Schliesslich habe ich mich fuer zwei Wochen in einen Fitness-Studio angemeldet. Und das war mal wieder eine geniale Entscheidung. Sie bieten sogar dieselben Kurse an wie zuhause. Ich brauche das einfach und es macht mich richtig gluecklich. Darueber hinaus ist es sehr nett, mit den Leuten dort zu quatschen, die Stimmung ist gut! Zwischendurch war ich nochmal surfen, heute habe ich ausgecheckt und wollte ins Landesinnere fahren, um mir mal das noch relativ urspruengliche Bali anzusehen. Gegen Mittag ist mir dann aber eingefallen, dass es ja doch ziemlich warm ist, ich mich noch nicht um eine Unterkunft gekuemmert und zudem keinen Bock auf eine zweistuendige Rollerfahrt habe. Also checke ich kurzerhand wieder ein. Und DAS ist es, was meine Reise ab dem Zeitpunkt nach Thailand einfach ausmacht. Ich mache, was mir gefaellt. Und diese Entscheidungen muessen meist weder reifen, noch wohl ueberlegt sein. Mir ist danach, also mach ich’s auch! Yeah! Schließlich lege ich mich mit ein paar Leuten an den Strand, bestelle mir eine Kokosnuss und Nasi Goreng an die Liege und werde heute abend, wenn ich mit der Tippserei hier fertig bin, mit ein paar Leuten moeglicherweise ein bis fuenf Bierchen auf der Terrasse trinken. Top! Und morgen? Keine Ahnung! 🙂

Bis hierher erstmal ganz liebe Gruesse an alle, die meinen blog ein bisschen verfolgen moegen 😉

Auf Hoher See

Nachdem ich nun einige Tage am selben Ort verharrt und nur kleinere Tagestouren unternommen habe, wurde es mal wieder Zeit für einen vernünftigen Programmpunkt. So erzählt Daniela aus London von einem Boottrip von Lombok nach Flores. Spontan schließe ich mich an. Wir nehmen die Fähre von Bali nach Lombok und fahren nach einer Übernachtung mit dem Bus-Shuttle zum Anleger. Allein diese zweistündige Fahrt quer über die Insel offenbart das noch wirklich zurückgebliebene Leben der Indonesier. Obst und Gemüse wird mit Eselkutschen transportiert, Kinder spielen in einem Fluss entlang der Straße, in welchem wir nicht mal unsere Füße waschen würden, jedes noch so zerfallene Haus wird sich zunutze gemacht und umliegende  Felder zur Selbstversorgung bewirtschaftet. Absolut kein touristischer Einfluss hier.

Ok, wir sind angekommen. Jeder, inklusive mir, ist ’soo excited‘! Ab heute teilen sich 15 Leute für vier Tage ein kleines Boot und schippern zwecks trekking und snorkeling zu kleinen Inseln. U.a. können wir die in freier Wildbahn lebenden Riesenechsen auf Komodo Island beobachten..

Das Schlafdeck befindet sich über dem Führerhäuschen, es finden sich Matratzen und Handtücher  zum zudecken. Extrem durchgelegen und etwa fünf cm dick, krallen sich die meisten gleich zwei dieser Unterleger. Die See verhält sich ruhig, wir steuern einen Spot zum schnorcheln an und finden gegen Abend schließlich einen Anlegeplatz. Zwischenzeitlich gab es lunch und dinner auf einem auf Deck ausgebreiteten Teppich. Spartanisch aber gemütlich sitzen wir im Schneidersitz und futtern. Bettzeit. Ich klettere durch die kleine Luke nach oben und muss folgendes feststellen: Kakerlaken. Nein, bitte niiicht! Ein Plumpsklo direkt ins Meer, ok, I can handle this, aber doch nicht solche Viecher wenn ich quasi mit dem Kopf auf’m Boden schlafe! Also klettere ich wieder nach unten, suche nach einem Plan B und werfe beiläufig einen Blick in die Küche. Ach du scheisse, jetzt weiß ich wo die Dinger herkommen. F***, es hilft nix, ich bin eine Abenteurerin, Augen zu und gut‘ Nacht.

Gegen 3h gehen die Motoren an und wir fahren weiter. Ich schlafe genau über dem Motorraum und unter dem Auspuff oder Schornstein und es ist unerträglich laut. Dabei war ich die erste auf dem Boot und dachte, ich hätte den besten Platz 😀 Also stehe ich um 6h auf, fast rechtzeitig zum Frühstück. Um 7h springen wir schon von Bord, schwimmen an den Strand, um folglich einen Wasserfall zu erklimmen und an einem Seil wie Tarzan ins kühle Nass zu plumpsen. Von dort weiter zu der kleinen Insel Satosa. Wir schnorcheln und sind restlos begeistert von einem fantastischen Korallenriff mit zahllosen, farbenprächtigen Fischen. Es ist Mittag. Laut Kapitän erreichen wir die nächste Insel morgens gegen 7h. Ein Scherz! Ich hab mich wohl verhört! Einen ganzen Tag und eine ganze Nacht auf diesem krachenden Kutter, kaum Platz für alle zum sonnenbaden oder sich anderweitig auszubreiten!?

Aber mein Unmut sollte sich bald in ein viel größeres Problem wandeln. Der Kahn legt ab und es stürmt. Ich fasse es nicht. Schon wieder. Mir wird schlecht und ich muss mich hinlegen. Ich liege quer zur Fahrtrichtung, also bewegt sich meine Matratze samt Mageninhalt von Kopf bis Fuß und zurück. Mittlerweile haben sich alle in die Senkrechte verzogen, weil es unten kein Halten mehr gibt. So liege ich also geschlagene 15 Stunden, noch immer in meinem Bikini, auf meiner 80cm breiten Matratze. Bei jeder Bewegung wird mir übler aber die Blase drückt – ich hangel die Leiter herunter zum Klo, stoße mir zum wiederholten Mal den Kopf an dem viel zu niedrigen Rahmen, werde in dem MiniWC von links nach rechts geschleudert, pinkel mir über dem eklig nassen, rutschigen Hockklo über die nackten Füße, spüle diese also wiederum mit einer Kelle Wasser ab und rutsche über die Treppe durch die Luke zurück ins Bett. Ich vertreibe mir die Zeit, indem ich eine komplette Packung Kekse esse. Dann ertrage ich die Motorenlautstärke nicht mehr und stopfe mir Kopfhörer in die Ohren, ohne Musik zu hören, dazu ist es zu laut. Aber so dämpft es ein wenig. Ich gucke jetzt jede Stunde auf die Uhr. Schließe nun doch mein Handy an und höre Musik. Volle Lautstärke. Gegen halb sechs hat sich das Meer beruhigt und ich stehe entschlossen auf. Es gibt pancakes um halb sieben, dann wieder runter vom Boot, 45min einen Hügel rauf und eine traumhafte Aussicht über Inselchen und türkises Wasser. Zwei Stunden später weiter Richtung ‚pink beach‘. Hier angekommen erwartet uns leider kein pinker Strand. „Das war mal so, vor vielen Jahren, ist mittlerweile aber fast ausgewaschen“. Naja, hält man den Sand in den Händen ist er tatsächlich noch rot/pink und so geben wir uns damit zufrieden. Die Farbe erhält der Sand von Rückständen rosafarbener Korallen, die aussehen wie kleine Orgelpfeifen. Eine Runde schnorcheln, Leinen los und kurz vor Rinca Island wieder vor Anker. Heute Nacht bleiben die Motoren aus. Wir genießen den Sonnenuntergang, spielen Karten, essen und warten auf die Müdigkeit. 

Ich bin wieder als erste wach und habe einen wunderschönen Blick auf den Sonnenaufgang. Gegen 7h erreichen wir Komodo Island. Hier werden wir 1 1/2 Std über einen Rundweg geführt. Die Insel ist Teil eines Nationalparks und beherbergt die weltweit nur hier lebenden Komodo Dragons. Circa 5000 Stück, die letzten Drachen der Erde. Sie verfügen über toxischen Speichel und verschiedene Giftdrüsen im Kiefer, erlegen Rehe, Ziegen und Büffel und sehen ihrer Beute stundenlang beim dahin siechen zu, bevor sie verspeist werden. Riesen Viecher, und die fünf Guides sind jeweils nur mit einem Stock bewaffnet. Naja, mich wundert hier nix mehr.. 😉 Kurz vor dem Ziel nochmal snorkeln und dann kommen wir in Flores an. Eine Nacht auf dem Boot ist prinzipiell noch inklusive aber ich passe. Auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft mit zumindest Strom und Wasser finde ich mich auf einem Zeltplatz wieder. Völlig ausreichend. Die nächsten beiden Tage verbringe ich also in Flores, übrigens ganz schön dreckig und heruntergekommen hier. Dann fliege ich zurück nach Bali und hebe am 28. ab in Richtung Australien…